Im vergangenen Jahr sorgte der Russe Vitaly Lunkin zum ersten Mal für Schlagzeilen, als er sich bei einem $1.500-NLHE-Turnier gegen 2.705 Spieler durchsetzte und sein erstes WSOP-Bracelet sowie $628.417 Preisgeld gewann. In der vergangenen Nacht folgte mit Bracelet Nummer zwei ein ganz besonderes, denn Lunkin entschied den $40.000 Jubiläumsevent der World Series of Poker zu seinen Gunsten, kassierte diesmal satte $1.891.012 Prämie und zählt damit endgültig zur Weltelite.
Im Finale der letzten neun Spieler war es Team-PokerStars-Pro Greg Raymer, der den ersten großen Pot verlor. Der Weltmeister von 2004 raiste vom Button auf 150.000, Justin Bonomo ging vom Small Blind für gut 1,4 Millionen all-in und Raymer callte mit :Ah:8s. Bonomo drehte :As:Jc um und das Board brachte :Kh:6h:5d:2s:Ac.
Greg Raymer
In Hand #19 folgte der erste Bustout. Es wurde zu Ted Forrest gefoldet, der vom Small Blind auffüllte und dann von Noah Schwartz im Big Blind all-in gestellt wurde. Forrest callte für seine restlichen 250.000 mit :Jh:Td, Schwartz zeigte :3s:3c und baute seinen Stack auf 730.000 aus (Board: :9s:Ks:2s:8h:4d). Forrest musste sich mit Rang neun und $230.317 begnügen.
Danach folgte die Zeit von Greg Raymer, der zunächst Schwartz (8./$246.834) mit :Ah:As gegen :Ad:Kh vom Tisch fegte und zwei Hände später ein Raise von Isaac Haxton auf 225.000 callte. Der Flop brachte :9s:6h:5s, Haxton spielte check-raise all-in und Raymer callte ohne zu zögern mit Pocket-Sechsen zum Set. Haxton drehte Pocketjacks um, konnte sich nicht verbessern und Raymer übernahm mit 5,8 Million den Chiplead.
Es dauerte 20 weitere Hände, ehe der nächste Spieler gehen musste und es erwischte Lex Veldhuis, der dem niederländischen PokerStars-Pro-Team angehört. Veldhuis ging nach einem Raise von Raymer auf 200.000 für 1.265.000 mit :Ad:7d all-in und diesmal callte Fossilman mit Pocketkings, die bis zum Ende standhielten. Veldhuis erhielt für Rang sieben stolze $277.940 Preisgeld.
In Hand #52 machte Haxton wieder einen Sprung nach vorn. Er callte das All-in (gut eine Million Chips) von Alec Torelli mit :As:Td und hatte diesen dominiert (:Ah:2h). Das Board änderte nichts und das Feld war auf fünf Spieler reduziert. Torelli kassierte $329.730.
Es wurde richtig spannend, denn nachdem Dani Stern mit :As:Th gegen die Pocket-Siebener von Raymer verdoppelt hatte, sah die Chipverteilung bei Blinds 50.000/100.000 wie folgt aus:
Vitaly Lunkin – 7.690.000
Greg Raymer – 5.315.000
Isaac Haxton – 4.605.000
Justin Bonomo – 4.045.000
Dani Stern – 4.010.000
Hand #76 bedeutete dann das Aus für Justin Bonomo. Nach einem Raise auf 250.000 wurde er von Haxton und Raymer aus den Blinds gecallt. Der Flop zeigte :Td:9h:3h, Haxton setzte 300.000, Raymer foldete und Bonomo pushte für gut 2,8 Millionen Chips. Haxton callte sofort mit :Ad:Ac im Pocket, Bonomo drehte :Jd:Jc um. Turn :3d, River :As und damit Platz fünf für ZeeJustin, der $413.166 wert war.
Platz vier ging an Dani Stern, dessen Abgang in zwei Händen über die Bühne ging. Zunächst verdoppelte Haxton, der zuvor einige Chips eingebüßt hatte, mit :Kc:7c gegen Pocket-Fünfen (Board: :Ac:6s:3c:9c:6c) von Stern, dem dadurch nur noch 1.450.000 geblieben waren. Eine Hand später stellte er diese vor dem Flop mit :Qh:Tc in die Mitte, Haxton ließ die Chips zählen und callte schließlich mit :As:Kh. Das Board brachte keine Veränderung und somit holte sich Stern satte $548.315 an der Kasse ab.
Das Rennen um das Bracelet war völlig offen, denn Raymer (8,2 Millionen), Haxton (8,1) und Lunkin (7,6) lagen fast gleichauf. Und dennoch dauerte es nicht lange bis der nächste Spieler gehen musste. Raymer eröffnete den Pot für 400.000, Haxton erhöhte auf 1.250.000 und der Weltmeister ging mit seinen acht Millionen all-in. Haxton callte mit Pocketnines, hatte Raymer knapp gecovert und lag gegen Pocketfives klar vorn. Der Dealer drehte :Kc:Qd:Ts:3h:3d um und Greg Raymer verabschiedete sich mit viel Applaus von den Zuschauern für $774.927 Preisgeld.
Im Heads-up lag Haxton also dementsprechend mit 2:1 deutlich vorn, aber Lunkin konnte die Lücke schnell schließen und es entwickelte sich ein Duell, das insgesamt 54 Hände andauern sollte. In Hand #162 zeigte der Flop :Ac:5c:4c und es lagen schon gut drei Millionen im Pot. Lunkin setzte zwei Millionen und callte dann auch das All-in von Haxton. Im Showdown zeigten beide einen Flushdraw - Lukin :Qc:Ts, Haxton :Qs:8c – doch am Turn tauchte die :8d zum Paar für Haxton auf. Die Zuschauer tobten und es wurde noch lauter, als die :2c am River einschlug und Lunkin mit dem höheren Flush 18.590.000 Chips auf seine Seite schob.
Nach insgesamt 167 Händen am Finaltisch war der Jubiläumsevent der 40. WSOP dann entschieden. Der Flop zeigte :Qd:Td:8d, es kam zum All-in und Haxton drehte :3d:8c um, während Lunkin :As:Ah zeigte. Die :7c am Turn und der :Ks am River machten dem Spuk ein Ende. Vitaly Lunkin aus Moskau triumphiert, aber Runner-up Isaac Haxton, der auch beim Highroller-Event der EPT London am Finaltisch saß, wird mit dem Preisgeld in Höhe von $1.168.566 mehr als zufrieden sein.








