LAPT Mexiko: Endlich ein Sieger…

Wer die Geschichte der LAPT Mexiko noch nicht kennt, hier kurz die Fakten: Tag 1 des Events fand tatsächlich in Mexiko statt, doch danach wurde das Turnier aus unerwarteten Gründen verschoben. Turniertag 2 wurde praktisch online bei PokerStars ausgespielt, und der Finaltisch fand dann wiederum live statt - nur mussten die neun Spieler 5.000 Meilen weiter nach Süden reisen als eigentlich geplant. Mit anderen Worten: Es war das ungewöhnlichste Turnier aller Zeiten …


Die Finalisten vor dem Start

Hier die Ausgangsposition vor dem Finaltisch in Punta del Este/Uruquay

Platz 1: Rory Cox (USA) 1.074.500
Platz 2: Victor Ramdin (USA) 104.000
Platz 3: Pavel Naydenov (USA) 80.000
Platz 4: Helen Prager (USA) 326.500
Platz 5: Leonardo Emperador (Venezuela) 284.000
Platz 6: Steven Thompson (Costa Rica) 135.500
Platz 7: Bolivar Palacios (Panama) 128.500
Platz 8: Martha Herrera (Mexico) 88.000
Platz 9: Alex Brenes (Costa Rica) 154.500

Der Amerikaner Rory Cox ging also mit einem erfurchtgebietenden Chipstack an den Finaltisch, doch die anderen acht hatten nicht vor, sich von ihm herumschubsen zu lassen: So floppte Steven Thompson gleich im ersten Level ein Set gegen Cox' Overpair und konnte verdoppeln.

Team PokerStars Pro Victor Ramdin wusste, dass ihm mit seinem Chipstack nur wenige Runden blieben und ging nach etwa einer Stunde vom Cutoff All-in. Doch er bekam sofort einen Call von Helen Prager aus dem Small Blind und sah mit :Jd-:6d gegen Pragers :As-:7s nicht gut aus. Als Prager auf dem Flop eine 7 fand und Turn und River Ramdin auch nicht halfen, blieb ihm nur Platz Neun und ein Sitz im Zuschauerraum.

Etwa eine Stunde später waren die Blinds so weit angewachsen, dass der nächste Shortstack sein Glück versuchte: Alex Brenes schob UTG seine restlichen 100.000 Chips in die Mitte. Als Pavel Naydenov seinerseits aus der mittleren Position All-in ging, passte der Rest des Tischs, und es hieß: Naydenov mit :As-:Qh gegen Brenes mit :9s-:9d. Der Flop mit :Ad-:Kc-:2c brachte Naydenov das ersehnte As - und damit war Brenes aus dem Rennen.

Danach ging das zähe Ringen weiter - keiner der restlichen Spieler wollte sich so leicht geschlagen geben. Erst knapp eine Stunde später ging Bolivar Palacios als Small Blind nach einem Open-Raise von Steven Thompson am Button mit 60.500 Chips All-in und Thompson callte mit :Ad-:5d. Palacios hatte:Kh-:Qs, doch das Board meinte es gut mit Thompson - ein As auf dem Turn entschied das Duell, und Palacios musste sich mit Platz Sieben begnügen.

Martha Herrera, die sich nach dem ersten Tag in Mexiko ein Bein gebrochen hatte, war mit einem Gips zum Finaltisch angereist - aber als sie schließlich vom Big Blind aus ihre restllichen 29.000 Chips in die Mitte schob, hatte niemand genug Mitleid mit ihr, um ihr den Pot zu überlassen. Rory Cox raiste auf 36.000 und fand gleich zwei Caller in Pavel Naydenov und Steven Thompson. Alle drei checkten den Flop von :Ts-:Ad-:4d und auch die :Th auf dem Turn. Als der :Ks auf dem River erschien, setzte Naydenov 50.000 und wurde von Thompson gecallt. Naydenov drehte Q-T zum Drilling um - und war damit nicht nur besser als Thompson, sondern auch besser als Herreras :Ac-:Kh.

Kurz nach der Pause erwischte es auch Thompson, der zuvor einen großen Pot verloren hatte: Sein All-in mit 22.000 Chips wurde gleich von drei Spielern gecallt - Rory Cox, Pavel Naydenov und Helen Prager. Der Flop brachte :Kd-:7h-:6h, Naydenov und Prager stiegen nach einem weiteren Einsatz von Cox aus, und Cox gewann mit :6d-:8d gegen Thompsons :9h-:Td den Pot, weil weder Turn noch River Thompsons Hand verbesserten. Platz Fünf damit für Steven Thompson.

Anschließend warf Rory Cox mit einem Paar Damen auch Leonardo Emperador aus dem Turnier, der mit :Ks-:8c seine letzten 149.500 Chips investiert hatte. Immerhin war es Emperador damit gelungen, sich mit seinen ursprünglichen zehn Big Blinds noch bis auf den vierten Platz vorzukämpfen.

Nur Minuten danach erhöhte Pavel Naydenov bei einem Flop von :5s-:8s-:4d um 75.000, Cox antwortete mit einem All-in und Naydenov callte nach kurzem Nachdenken. Cox hatte mit :4h-:5h zwei Paare gefloppt, doch Naydenov hielt :Ks-:3s zum Flush Draw. Doch Turn und River brachten nur Blanks für ihn, und so musste Pavel Naydenov das Turnier als Dritter beenden.


Rory Cox gewann die LAPT Mexiko

Zu Beginn des Heads-Up lag Rory Cox mit 5:1 in Chips vor seiner Gegnerin Helen Prager - also sah alles nach einem schnellen Durchmarsch für Cox aus. Doch Prager konnte innerhalb von Minuten zweimal verdoppeln und damit mit ihm gleichziehen. Eine Dinnerpause und zwei weitere Stunden Spielzeit später verlor Cox, der sich inzwischen wieder etwas vorgearbeitet hatte, ein weiteres All-in mit Pocket-Sevens gegen K-T von Prager und lag danach scheinbar aussichtslos zurück. Doch er erkämpfte sich erneut die Chipführung, und schließlich ging Helen Prager vom Big Blind aus mit 972.000 Chips All-in und Cox callte mit :As-:Ts. Schon der Flop brachte ihm das ersehnte As. Damit ist Rory Cox, der 26-jährige ehemalige Behindertenlehrer und jetzige Onlineprofi aus San Francisco, der neue LAPT Mexiko-Champion - nach über drei Monaten Wartezeit und einer Anreise von Tausenden von Kilometern …

Die Ergebnisse:

1. Rory Cox (USA) $15.000
2. Helen Prager (USA) $11.000
3. Pavel Naydenov (USA) $7.500
4. Leonardo Emperador (Venezuela) $5.000
5. Steven Thompson (Costa Rica) $4.000
6. Martha Herrera (Mexico) $3.000
7. Bolivar Palacios (Panama) $2.000
8. Alex Brenes (Costa Rica) $1.500
9. Victor Ramdin (USA) $1.000 

Reportage: Brad Willis